Philip Reding online

Warum wir mehr über Krav Maga sprechen sollten

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Krav Maga ist kein Hobby wie jedes andere. Viele tun sich daher schwer mit der Erklärung, was wir genau machen. Obwohl wir es nicht leicht haben, lohnt es sich aus diversen Gründen, darüber zu sprechen.

Krav Maga what others think we do

Bild: frabz.com

1. Einige Missverständnisse sollten wir klarstellen

Dazu zählen:

  • abgesehen von den zahlreichen Variationen von Krav Maga gilt es insbesondere, zwischen zivilem und militärischem Krav Maga zu unterscheiden
  • Strategien zur Deeskalation, Gefahrenbewusstsein und Achtsamkeit gehören meistens genauso zur Ausbildung wie etwa Stresssimulation
  • Krav Maga kann für Männer genauso interessant sein wie für Frauen (sowie für weitere spezifische Zielgruppen, z.B. Jugendliche oder Senioren)
  • Ideologien und Glaubensrichtungen werden in der Schweiz weitgehend umgangen, wenn es um Krav Maga geht

2. Damit wir auch untereinander öfter ins Gespräch kommen

Wir sprechen im Training viel darüber und sind innerhalb unserer Organisationen gut vernetzt. Nun erwarten uns einerseits die Öffentlichkeit und andererseits die anderen KM-Organisationen. Davon können wir nur profitieren:

  • Erfahrungsaustausch auf technischer wie auch organisatorischer Ebene
  • Möglichkeit zum Vergleichen – die vielen Youtube-Videos klicken sich schliesslich nicht von selbst so oft an
  • Synergien und Kooperationen nutzen, z.B. bei aufwendigen Szenarien-Trainings

3. Wir machen Krav Maga insgesamt bekannter

Hierfür wurde in den letzten Jahren schon einiges getan, und doch bleibt Luft nach oben:

  • für Leute, die sich selbst und andere verteidigen können möchten, aber vor angeblicher Brutalität und Verschleiss-Angst zurückgeschreckt sind, insbesondere als Alternative zu Kampfsportarten
  • mehr Bekanntheit führt zu mehr Probetrainings und damit tendenziell zu mehr Mitgliedern. Eine verstärkte Nachfrage ermöglicht ein grösseres Angebot
  • je bekannter wir sind, umso attraktiver sind wir für Medien. Dadurch wird unser Angebot nicht automatisch besser, aber wir können Missverständnisse klarstellen (siehe 1.) und kommen womöglich auch untereinander einfacher ins Gespräch (siehe 2.). Ausserdem wirkt sich  Medienpräsenz nicht nur auf potenzielle Mitglieder positiv aus, sondern auch auf bestehende  (vor allem wenn wir diese darauf hinweisen)

Nicht jede Erwähnung hilft

Allerdings sollten wir auf folgende Aspekte achten, wenn wir die Aufmerksamkeit auf Krav Maga lenken wollen:

  • der Kontext nimmt Einfluss auf die Wahrnehmung: erwähnt ein Arbeitskollege am Mittagstisch den Zombifilm von gestern Nacht mit den hyperrealistischen Soundeffekten, bei denen man einzelne Knochen brechen hören konnte? Oder geht es um Falltechniken, die man auch im Alltag brauchen kann? Wir können uns bei beidem ins Gespräch bringen, halten uns je nach Situation aber besser zurück
  • erzählen wir so stolz, dass es angeberisch rüberkommt? Dann schaden wir uns trotzdem
  • wie reagieren wir, wenn uns jemand mit Vorurteilen (siehe 1.) und kritischen Fragen konfrontiert? Wieso nochmals sind wir keine Kampfsportler? Worin unterscheiden sich die einzelnen KM-Varianten genau? Gerade für Beginner kann das schwierig sein. Es braucht Mut, um zuzugeben, dass man etwas nicht weiss. Dennoch lohnt es sich auch für neue Mitglieder, den Dialog zu suchen

Glaubwürdige Fürsprecher stehen bereit

Bücher und Websites allein reichen nicht, um Krav Maga glaubwürdig zu erklären. Wir brauchen Mitglieder, die ihr Interesse spürbar machen und vor anderen vertreten. Das ist keine Frage der Rhetorik oder des Wissens, und auch nicht durch viel Erfahrung erfüllt. Ich rede von Überzeugung und meine damit auch Mitglieder im ersten Jahr, die mit dem Ziel trainieren, sicherer denn je zu sein. Die meisten meiner Trainingspartner hatten und haben diese Einstellung, das sollten wir nutzen.

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Written by philip reding

13/06/2013 um 12:38

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